Ein Bär der Datteln lieber mag als Honig – gibt’s das überhaupt?

Ja, denn das DATTELBÄR Duo Dominik und Gottfried haben sich den Verkauf von Datteln zur Aufgabe gemacht. Warum? Um gesundes Naschen zu ermöglichen.
DATTELBÄR ist ein Unternehmen, welches auf der einen Seite eine faire und biologische Landwirtschaft unterstützt und zum anderen zeigt, dass es sich mit natürlichem Zucker auch viel gesünder lebt. Mit dieser Botschaft gehen die DATTELBÄR auf Messen aber auch an Schulen und in Kindergärten, um alt wie jung zu begeistern.

Viel Spaß beim Lesen des Green Business Interviews mit dem Ur-DATTELBÄR Dominik Gräf!

Wie und wann kamst du zur Idee ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Also der DATTELBÄR ist bereits mein drittes Unternehmen. Grundsätzlich wollte ich etwas gründen, um mein eigener Chef sein zu können. Ich wollte bestimmen wann ich was und wie viel mache. Der Hauptgrund um Unternehmer zu werden war also einfach die Verantwortung bei mir zu behalten.
Der DATTELBÄR hat sich ergeben, weil ich selber begonnen hatte mich pflanzlich zu ernähren und ich für mich selbst größere Mengen Datteln gebraucht habe. Meine Recherche hat ergeben, dass größeren Packungen an Datteln im Handel nicht zu finden sind. Also habe ich im Internet herumgeschaut, mich über verschiedene Dattelsorten erkundigt und bin so auf die Sorte „Sukkari Dattel“ gestoßen, die wir jetzt eben auch verkaufen. Die Datteln haben auch Freunden und Bekannten sehr gut geschmeckt, was mich auf die Idee brachte, mit diesem einzigartigen Produkt ein neues Unternehmen zu gründen.

Was war damals deine Motivation und Vision?

Die Motivation war in erster Linie so viele Datteln zu verkaufen, sodass ich meine Datteln nicht mehr bezahlen muss. Der Ertrag aus Sammelbestellungen war mein Verdienst. Und so hatte ich meinen Dattelkonsum abgedeckt. Aus dieser Motivation ist mittlerweile eine starke, weitreichende Vision entstanden, gesundes naschen salonfähig zu machen, und damit faire und biologisch produzierte Produkte im Einklang mit der Natur an die Menschen zu bringen.

Gab es anfängliche Herausforderungen?

Herausforderungen sind immer präsent, nicht nur am Anfang. Es gibt zu diesem Thema ein wunderschönes Buch mit dem Titel „Die Herausforderung ist der Weg“.  Denn an sich besteht ja der ganze Weg aus Herausforderungen. Probleme sind zu lösen. Es passiert, dass Dinge anders kommen als man denkt, und heißt es einfach flexibel sein.

Dass bei mir am Anfang mehr Herausforderungen waren als später, könnte ich nicht sagen.
Als ich das erste Mal angefangen habe selbstständig zu sein war für mich die größte Herausforderung einfach das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg aufzubauen, ein Urvertrauen, welches man in einen selber und in das Leben an sich entwickeln darf. Wenn man dieses Grundvertrauen als Unternehmer hat, tut man sich um einiges leichter.

Wie sieht heute ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Einen typischen Tag gibt es bei mir glaube ich gar nicht. Die sind alle sehr untypisch.

Das einzig typische ist, dass ich jeden Morgen meine Morgenroutine mit Atemübungen, Meditation und Yoga mache. Ansonsten sind die Tage ziemlich frei eingeteilt, denn bis auf die Morgenroutine habe ich keine fixen Abläufe.
Phasenweise arbeite ich sehr viel, z.B. 5 oder 6 Wochen ohne einen freien Tag. Solche Phasen gibt es natürlich auch als Unternehmer, aber man kann sich ja auch selber aussuchen wie viel man machen will. Je nachdem erreicht man dann halt auch mehr, oder weniger.

Mein Leben ist 24/7 mit dem Business vermischt. Es ist also nie so, dass ich sage: “Jetzt arbeite ich von da bis da und dann ist‘s aus und Freizeit angesagt.“ Eigentlich habe ich immer Freizeit, aber in der Freizeit erledige ich Dinge, die mir Geld bringen, wie auch den Dattelbär. So sehe ich mein Leben.

Zu arbeiten begonnen habe ich mit einer Lehre, jedoch bin ich sehr schnell draufgekommen, dass das 40h mit einem Chef arbeiten nichts für mich ist. Jetzt arbeite ich teilweise 80 oder 90 Stunden die Woche, habe aber auch die Freiheit zu entscheiden, wie und wann ich etwas tun will.

Was sind die wichtigsten Fähigkeiten und Qualitäten um in deiner
Branche erfolgreich zu sein?

Ich glaube das ist grundsätzlich nicht branchenabhängig, denn für jeden Unternehmer und jede Unternehmerin sind die gleichen Skills interessant:

Es ist einfach wichtig einen gewissen Selbstwert zu haben, zu wissen was man kann und zu sich selber zu stehen. Das man weiß, dass man einfach genug ist, wie man ist. Dann natürlich der Umgang mit Menschen, dass man wertschätzend und klar kommuniziert und sich sowie seine Leistung gut verkauft. Verkaufen ist wirklich ein „Big Skill“. Und auch dieses Urvertrauen ins Leben, dass die Samen die man säht aufgehen. Ebenso essentiell ist die Beharrlichkeit weiterzumachen, also die Ausdauer zu haben und einfach dran zu bleiben. Die wichtigste Fähigkeit überhaupt, die meines Erachtens den meisten fehlt, ist das „Tun“, also ins Handeln kommen und wirklich die Dinge konsequent umzusetzen.

Hast du ein Erfolgsgeheimnis?

Tun.
Jim Ron hat einmal gesagt: „Arbeite mehr an dir selbst, als wie für Geld. Dann wirst du immer erfolgreich sein.“ Das heißt ich glaube, dass es einfach wichtig ist, sich selber ständig zu verbessern und weiter zu entwickeln, anstatt stehen zu bleiben. Man soll immer besser werden, in dem was man tut. Auch die Motivation, etwas Größeres zu schaffen, nicht nur z.B. ein Autokauf, sondern, dass man eine echte Vision anstrebt die Sinn hat, ist ein guter Antrieb.

Aber das richtige Erfolgs Geheimnis ist das Tun. Und machen, einfach machen! Ich glaube darin liegt meine größte Stärke. Wenn ich auf etwas Bock habe, dann fange ich einfach einmal an zu tun und mach mir noch gar keine großen Gedanken wie das im Endeffekt aussehen soll, sondern mach einfach einen Schritt nach dem anderen.

Einfach ins Tun reinkommen. Dazu gibt es auch Unmengen an Tools wie Yoga, Meditation, Persönlichkeitsentwicklung, Morgenroutinen… und noch viele mehr, die einfach helfen eine Routine bzw. Gewohnheit in das Handeln zu bringen.

Wie verdienst du/dein Unternehmen Geld?

Also in dem Fall vom Dattelbär durch den Verkauf von Datteln. Wir geben den Menschen die Möglichkeit, dass sie mit bestem Wissen und Gewissen gesund naschen. Dafür sind die Menschen einfach dankbar und zahlen für die Produkte, die wir ihnen verkaufen – hauptsächlich online.

Ich selbst habe aber 4 Unternehmen am Laufen: Den Dattelbär, eine Hanfproduktion, eine Gartenbaufirma und ich bin Trainer bei Wim Hof Retreats.

Gibt es etwas, dass du an deiner Branche verbesserungswürdig findest?

Also ich finde grundsätzlich, dass es sehr vieles gibt, was auf der Welt verbesserungswürdig ist – nicht nur in meiner Branche. Aber speziell in der Branche könnten natürlich die ganzen Anbaugebiete verbessert werden. Es wäre besser, wenn überhaupt keine Pestizide mehr eingesetzt werden würden.

Hier gibt es enormen Verbesserungsbedarf und gleichzeitig finde ich es schade, dass das System so aufgebaut ist, dass es nicht wirklich erwünscht ist den Fokus auf die Umwelt, die Natur oder die Menschen dahinter zu legen, sondern der Hauptfokus auf dem Profit liegt.

Wenn du noch einmal neu starten könntest, würdest du etwas anders machen?

Nein, weil sonst wäre ich jetzt nicht da, wo ich jetzt bin.

Was ratest du anderen für ihr Leben und ihren Werdegang?

Ja, ich hätte mir gewünscht, dass mir jemand schon ganz früh in der Schule gesagt hätte: „Scheiß dich nicht an, sei nicht depat und trau dich einfach.“ Das ist in Wirklichkeit so einfach. Natürlich hat man seine Momente, in denen man nicht immer liebevoll und freundlich ist, aber die grundsätzliche Einstellung, dass man einfach im Frieden mit anderen Menschen lebt und keinen stört… und dann die gegenseitige „Competition“. Also von dem Einzeldenken wieder mehr ins Kollektivdenken reinkommen – ich würde mir wünschen, dass mir das jemand beigebracht hätte. Gemeinsam geht’s viel besser als einsam.

 
Man hat so viele Ängste, Bedenken und Zweifel und 95% davon treffen nicht ein. Aber man macht sich so viele Sorgen, die uns daran hindern Dinge zu tun, die uns eigentlich Spaß machen würden. Ich würde mir also wünschen, dass mir jemand gesagt hätte, dass ich mich nicht so anstellen soll.

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