Regional, transparent und nachhaltig… da haben wir wirklich den perfekten Ansprechpartner für das erste „Team-Fresh – Green Business Interview“ gefunden.

Ökostrom aus Österreich – Wer, wie, was, warum?

Phillip Rehulka ist der Gründer von MeinAlpenStrom und hat uns Antworten zu 10 Fragen, die wir allen Green Business GründerInnen stellen, gegeben. 

Das Thema ist Energie. Da fällt es nicht schwer Interesse aufzubringen, denn nur dank Strom läuft der Computer, das Handy oder das Tablet, auf dem du gerade liest.
Ganz Österreich könnte sich mit in Österreich erzeugtem Ökostom versorgen. Klar, es müssten noch zusätzliche Kraftwerke gebaut werden. Es wäre aber keine Hexerei und würde viel bewirken.

Viel Spaß beim lesen des Interviews! Wir hoffen auch ihr könnt dadurch einen interessanten und motivierenden Einblick in die Green Business – Energie Branche gewinnen.

Wie und wann kamst du zur Idee ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Bei uns war es zunächst so, dass wir diesen wunderschönen Ökostrom erzeugt haben und uns dachten, den muss man doch an Endkunden verkaufen können. Es muss doch Leute geben, die das wertschätzen, denen das wichtig ist und die unsere Werte teilen. Die Kraftwerke gab es bereits und wir entschlossen uns, eine Vertriebsfirma aufzumachen, um diesen Alpen Strom an Endkunden verkaufen zu können. 


Im Prinzip haben wir uns auf einem weißen Blatt Papier überlegt wie diese Firma sein soll, wie wir zu unseren Kunden sein und wie wir gerne arbeiten möchten.
Dazu haben wir zuerst Wertewolken aufgeschrieben wobei einerseits sehr traditionale Werte wie: Ökologie, Nachhaltigkeit, Transparenz und Ehrlichkeit vertreten waren während andere sehr moderne wie Flexibilität, Coolness und Spaß bei der Arbeit auch wichtig sind. Beides zusammen ergibt nun die Firma.

Alpen Strom alleine würde vielleicht eher altmodisch klingen, während man zu MeinAlpenStom wirklich eine Beziehung aufbauen kann. Wir wollten mehr sein, als nur ein Rechnungsversender, von dem man zweimal im Jahr eine Rechnung erhält. Wir möchten  den Leuten das Gefühl geben, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind in welcher ähnliche Werte wichtig sind.

Was war damals deine Motivation und Vision?

Die Motivation und Vision ist heute dieselbe wie damals. Nachhaltigen und reinen Ökostrom mit Mehrwert zu verkaufen.
Es ist total schön Kundenbewertungen auf unserer Website zu erhalten in denen steht, aus welchen Gründen Kunden mit dabei sind. Es ist oft sehr rührend zu sehen, mit welchen Worten das beschrieben wird und wie sich Kunden freuen, dass sie hier dabei und ein Teil sind. Das macht uns wirklich stolz! 

Gab es anfängliche Herausforderungen?

Ja, es gibt aber auch immer noch Herausforderungen. Als Stromanbieter steht man zunächst einmal gegen die Landes Versorger da. Dann gibt es auch noch die, die Schindluder betreiben. Strom wird “grün gewaschen” und als Ökostrom verkauft. 
Wir müssen täglich erklären, dass unser Strom echter Ökostrom ist, weil wir ihn selber erzeugen und an die Kunden liefern. Andere kaufen Herkunftsnachweise aus Norwegen oder Finnland zu, waschen damit den Strom grün und verkaufen ihn so. 
Bei uns bekommt jeder Kunde/jede Kundin einen Gutschein, um sich selbst das Kraftwerk anzusehen.
Unsere Vision ist es wirklich, dass sich Kunden beim Griff zum Lichtschalter denken: „Das ist mein Alpenstrom, dazu habe ich eine persönliche Beziehung. Ich habe auch das Kraftwerk bereits besucht und habe gesehen mit welchem Aufwand der erzeugt wird.“ Fischaufstiegshilfen, Amphibienbiotope, etc. gibt es Vorort. Das Ziel ist die Ressource einfach bewusster zu benutzen.

Wie sieht heute ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Ach, total unspektakulär. Aufstehen, die Kinder in die Schule bringen, dann in die Arbeit. Die Arbeit ist vielleicht ein bisschen mehr als bei einem Durchschnitts-Job, vergeht aber auch extrem schnell, wenn man‘s gerne macht, oder?
Ich versuche ganz bewusst kein Abendessen zu verpassen und rechtzeitig zu Hause zu sein.
Abgesehen davon verbringe ich auch viel Zeit in Nicklasdorf, wo unsere Kraftwerke sind, weil wir dort die Kraftwerksführungen machen. Dort sind wir sehr nah an den Kollegen, die den Strom auch tatsächlich herstellen, damit man auch immer weiß was dort passiert und was man den Kunden weitergeben kann.

Was sind die wichtigsten Fähigkeiten und Qualitäten um in deiner
Branche erfolgreich zu sein?

Ich denke hier gibt es verschiedene Antworten, je nachdem wen du fragst.
Für mich bzw. für uns ist es Transparenz und Ehrlichkeit. Das Arge ist, dass man damit in dieser Branche oft schon auffällt. Schlimm, aber wahr.
Bei Softskills ist es ganz klar: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation und Projektmanagement. Schauen, dass alle wissen, was zu tun ist.

Hast du ein Erfolgsgeheimnis?

Das ist gar nicht so leicht für mich zu beantworten, aber auch hier würde ich sagen es ist Kommunikation, Ehrlichkeit und Transperenz. It all comes back.
Ohne Projektmanagement geht natürlich auch gar nichts.

Wie verdienst du/dein Unternehmen Geld?

Durch den Verkauf von reinem Ökostrom an Endkunden.
Events wie das Clean Up oder Ähnliches sind vorallem dazu da, um das zu leben was wir in unseren Unternehmenswerten aufgeschrieben haben und die Marke aufzuladen.

Gibt es etwas, dass du an deiner Branche verbesserungswürdig findest?

Ja, absolut. Ich hätte gerne, dass es nicht die Möglichkeit gibt Strom grün zu waschen. Dann gäbe es mehr gute Anbieter, wobei es natürlich jetzt auch schon ein paar gibt. Da sind wir nicht die einzigen, aber es ist derzeit extrem schwer zu erkennen wer das ordentlich macht und wer nicht. 
Wer online nach einem Stromtarif sucht findet bei fast allen Anbietern den grünen Balken „100% Ökostom“. 80% von denen sind grün gewaschen.

Wenn du noch einmal neu starten könntest, würdest du etwas anders machen?

Nein

Was ratest du anderen für ihr Leben und ihren Werdegang?

Was ich anderen Leuten sagen kann ist, dass absolute Begeisterung notwendig ist und sie das die Leute spüren lassen sollen. Nur so merken andere, dass das authentisch ist.

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